Die seit August 2023 geltende neue KiTa Beitragsstaffelung sorgt nicht nur bei „neuen“ Eltern, sondern auch bei Bestandseltern für Arbeit. Es müssen alle beitragspflichtigen Kinder neu eingestuft werden.
Betroffene Eltern melden sich beim Stadtelternrat, da sie monatelang keine Rückmeldung erhalten und vom Träger daraufhin in Stufe 9 eingestuft wurden.
Weiterlesen: Eltern beklagen lange Bearbeitungszeit bei der Einstufung in WilhelmshavenHier möchten wir euch eine Timeline aufzeigen, die tatsächlich so stattgefunden hat.
- Die Unterlagen wurden Anfang September an die bekannte Mailadresse zur Einstufung eingereicht. Es gab keine Eingangsbestätigung und es wurde von den Eltern davon ausgegangen, dass die Berechnung der Eingruppierung direkt an den Träger weitergeleitet wird.
- Der Träger hat vorläufig ab August in Stufe 7 eingruppiert, bis die Einstufung vom Jugendamt erfolgt. Dieses Vorgehen wurde auch so seitens des Jugendamtes kommuniziert, da die Bearbeitung aller Anträge zeitaufwendig ist.
- Am 19.11.24 hat der Träger eine Mail an die Eltern geschickt, dass bisher keine Einstufung vorliegt. Es wurde eine Frist bis zum 10.12.24 gesetzt. Sollte bis zu diesem Zeitpunkt keine Einstufung vorliegen, wird die Einstufung vom Träger automatisch in Stufe 9 vorgenommen. Natürlich rückwirkend zum 01.08.24.
- Daraufhin haben die betroffenen Eltern mehrfach beim Jugendamt angerufen. Direkt beim ersten Anruf wurde ihnen eine Sachbearbeiterin genannt, die aber über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen nicht erreichbar war. Etwaige Rückrufbitten sind im Sande verlaufen.
- Zeitgleich hat man sich die direkte Mailadresse der Sachbearbeiterin geben lassen, damit nicht an die zentrale Mailadresse geschrieben werden muss – es wurde ja seitens des Trägers eine Frist gesetzt. Von anderen Eltern wusste man bereits, wie lange eine Antwort über die zentrale Adresse dauert. Es wurden im Zeitraum bis Ende Januar mehrere Mails an das Jugendamt gesendet.
- Der Träger wurde über die versuchten Kontaktaufnahmen beim Jugendamt informiert. Nach Ablauf der Frist ist die Eingruppierung in Stufe 9 vorgenommen worden und die Eltern durften rückwirkend die Monate August bis November bezahlen (seit Dezember ist das Kind beitragsfrei). Die Differenz von Stufe 7 zu 9 wurde kurz vor Weihnachten vom Konto abgebucht. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Eltern nicht, ob die Unterlagen zur Einstufung überhaupt angekommen sind.
- Als letzte Maßnahme haben die Eltern einen Brief postalisch an das Jugendamt verschickt, die Unterlagen zur Einstufung ein weiteres Mal angehängt und eine Frist zur Einstufung gesetzt.
- Am 08.02.25 haben die Eltern endlich eine E-Mail seitens des Jugendamtes erhalten und ihnen wurde mitgeteilt, dass die Einstufung rückwirkend in Stufe 8 erfolgt ist.
Kommentar der betroffenen Eltern:
“Wenn das Jugendamt personell nicht in der Lage ist, die Einstufungen zeitnah vorzunehmen, muss hier dringend gehandelt werden. Ganz klar geht es bei uns nicht darum, dass wir jetzt am 20. des Monats kein Brot mehr kaufen können, trotzdem finde ich die nicht vorhandene Kommunikation seitens des Jugendamtes unterirdisch. Ich kann mir vorstellen, dass es andere Familien mit einem geringeren Einkommen deutlich härter trifft, einfach in Gruppe 9 eingestuft zu werden und nichts dagegen tun zu können!”
Seid ihr auch von einer Zwangseinstufung in Stufe 9 betroffen? Wir empfehlen euch, das Jugendamt postalisch an die Bearbeitung zu erinnern und eine Frist von zwei Wochen zu setzen. Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Meldet Euch gerne bei uns über unser Kontatkformular.